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<title>Rüstungsdynamik</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Rüstungsdynamik</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Als <b>Rüstungsdynamik</b> bezeichnet man den sich zwischen zwei politischen Akteuren –&nbsp;in der Regel Staaten&nbsp;– entfaltenden Prozess, der zum Erhalt oder Erwerb von <a href="Waffensystem" title="Waffensystem">militärischen Instrumenten zur organisierten Gewaltausübung</a> führt. Ziel von Staaten ist es, durch militärische Rüstung die eigene Sicherheit im internationalen System zu gewährleisten.
</p><p>Mit Blick auf Rüstungsdynamik ist umgangssprachlich häufig von unkontrollierter <a href="Aufr%C3%BCstung" title="Aufrüstung">Aufrüstung</a>, <a href="Wettr%C3%BCsten" title="Wettrüsten">„Wettrüsten“ oder gar einem „Rüstungswettlauf“</a> die Rede. Das präzisere politikwissenschaftliche Konzept der Rüstungsdynamik nimmt demgegenüber zur Kenntnis, dass der rüstungsdynamische Prozess, etwa wenn <a href="R%C3%BCstungskontrolle" title="Rüstungskontrolle">Rüstungskontrolle</a> stattfindet, reguliert werden und sogar teilweise <a href="Abr%C3%BCstung" title="Abrüstung">Abrüstung</a> beinhalten kann.
</p><p>Vor allem fragt die wissenschaftliche Analyse rüstungsdynamischer Prozesse nach den Ursachen für Rüstung. Entstehung und Verlauf von Rüstungsdynamiken werden dabei unter Hinzuziehung verschiedener <a href="Internationale_Beziehungen" title="Internationale Beziehungen">Theorien der internationalen Beziehungen (IB)</a> analysiert, um die Komplexität und Spannweite der rüstungsdynamischen Prozesse handhabbar zu machen und ausschlaggebende Faktorenbündel zu isolieren.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Theorien_der_Rüstungsdynamik"><span id="Theorien_der_R.C3.BCstungsdynamik"></span>Theorien der Rüstungsdynamik</h2></div>
<p>Rüstungsdynamik ist nicht zu verwechseln mit „Rüstungswahnsinn“, da dieser Begriff den Akteuren irrationales Handeln unterstellt. Daher sind <a href="Theorie" title="Theorie">Theorien</a> in diesem Kontext bestrebt, sogar vermeintlich abwegiges Handeln im Rüstungsprozess auf seine Ursachen zu untersuchen, um dieses nachvollziehen zu können und sinnvoll zu erklären. Ein treffendes Beispiel hierfür ist das Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion während des <a href="Ost-West-Konflikt" class="mw-redirect" title="Ost-West-Konflikt">Ost-West-Konfliktes</a>. Die unverhältnismäßige Anhäufung von Nuklearwaffen, mit dem Potential den Gegner und die Welt mehrfach zu zerstören, wirkt irrational, ist aber unter Annahme von <a href="Anarchie" title="Anarchie">Anarchie</a> und der ständigen Angst vor dem Gegenüber eine logische Konsequenz. Die politische Lösung, der sich aus solchen Rüstungsprozessen ergebenden Probleme, ist Aufgabe der Rüstungskontrolle.
</p><p>Im Wesentlichen lassen sich zur Erklärung von Rüstungsdynamik zwei theoretische Strömungen unterscheiden. Diese sind nach <a href="Harald_M%C3%BCller_(Politikwissenschaftler)" title="Harald Müller (Politikwissenschaftler)">Harald Müller</a> und Niklas Schörnig die Theorie der Außenleitung und der Innenleitung.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Trennung kann zurückgeführt werden auf die unterschiedlichen theoretischen Analyseebenen sowie unterschiedliche Auffassungen über die Beziehung zwischen Struktur (internationales System) und Akteur (hier: der Staat), wie sie in den <a href="Gro%C3%9Ftheorie" title="Großtheorie">Großtheorien</a> der <a href="Internationale_Beziehungen" title="Internationale Beziehungen">IB</a> (<a href="Realismus_(Internationale_Beziehungen)" title="Realismus (Internationale Beziehungen)">Realismus</a>, <a href="Neorealismus_(Internationale_Beziehungen)" title="Neorealismus (Internationale Beziehungen)">Neorealismus</a>, <a href="Liberalismus_(Internationale_Beziehungen)" class="mw-redirect" title="Liberalismus (Internationale Beziehungen)">Liberalismus</a>, <a href="Neoliberalismus_(Internationale_Beziehungen)" class="mw-redirect" title="Neoliberalismus (Internationale Beziehungen)">Neoliberalismus</a>, <a href="Historischer_Institutionalismus" title="Historischer Institutionalismus">Institutionalismus</a> und <a href="Konstruktivismus_(Internationale_Beziehungen)" title="Konstruktivismus (Internationale Beziehungen)">Konstruktivismus</a>) vorherrschen.
</p><p>Nach den Theorien der Außenleitung erfolgt jegliche Beeinflussung der Akteure durch die vorgegebene Struktur, also von außen. Die Analyseebene ist hier das internationale System und im Fokus steht das wechselseitige Verhältnis von Staaten im selbigen. Mit Blick auf deren konkrete <a href="Au%C3%9Fenpolitik" title="Außenpolitik">Außenpolitik</a> bleiben Vorgänge in ihrem Innern ausgeklammert, mit anderen Worten: Die Staaten werden als <i>black box</i> behandelt. Die Theorien der Innenleitung heben demgegenüber auf den maßgeblichen Einfluss der „Innenseite der Außenpolitik“ ab. Einfluss auf die Interessenbildung der staatlichen Akteure geltend machen nach dieser Perspektive etwa der Militärisch-Industrielle Komplex durch <a href="Lobbyismus" title="Lobbyismus">Lobbyismus</a>, die herrschende gesellschaftliche Meinung, die <a href="Medium_(Kommunikation)" title="Medium (Kommunikation)">Medien</a> sowie innerstaatliche <a href="Organisation" title="Organisation">Organisationen</a> und <a href="Institution" title="Institution">Institutionen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Theorien_der_internationalen_Beziehungen_in_Bezug_auf_das_Phänomen_der_Rüstungswettläufe"><span id="Theorien_der_internationalen_Beziehungen_in_Bezug_auf_das_Ph.C3.A4nomen_der_R.C3.BCstungswettl.C3.A4ufe"></span>Theorien der internationalen Beziehungen in Bezug auf das Phänomen der Rüstungswettläufe</h3></div>
<ul><li><b> Perspektive des klassischen Realismus </b></li></ul>
<p>Nach dieser Theorie des <a href="Naiver_Realismus" title="Naiver Realismus">klassischen Realismus</a> wird der politische Wettbewerb auf den genetischen Ursprung vom Trieb zur Macht zurückgeführt (anthropologische Konstante). Staaten streben im internationalen System nach Dominanz, dabei sind Waffen die wichtigsten Instrumente und die Kosten sind irrelevant.
</p>
<ul><li><b> Neorealistische Sichtweise </b></li></ul>
<p>Der <a href="Neorealismus_(Internationale_Beziehungen)" title="Neorealismus (Internationale Beziehungen)">Neorealismus</a> zielt bezüglich Rüstungsdynamik ausschließlich auf systemische und wettbewerbliche Aspekte ab. Somit geht es für jeden <a href="Staat" title="Staat">Staat</a> um das Überleben im eigenen Umfeld, in dem es keine überlegene <a href="Frieden" title="Frieden">Frieden</a> und <a href="Recht" title="Recht">Recht</a> garantierende Autorität gibt. Diese These geht also auch von der Annahme der <a href="Anarchie" title="Anarchie">Anarchie</a> im internationalen System aus. Dabei entsteht ein dynamisches Kräftegleichgewicht der Akteure durch <a href="Wettr%C3%BCsten" title="Wettrüsten">Rüstungswettläufe</a>, da folgende Faktoren eine Sensitivität gegenüber Bedrohungen hervorheben: Unsicherheit über die Intention des Gegners, fehlende Transparenz gegenüber materiellen Faktoren, mangelnde Messbarkeit des Gleichgewichts sowie geostrategische Faktoren (Lage und Umfeld sowie Beschaffenheit von Land- und Seemacht des Staates).
</p>
<ul><li><b> Perspektive des Technischen Imperativs </b></li></ul>
<p>Auch diese Theorie setzt die internationale Anarchie voraus, jedoch gibt es keinen Zwang zur Dynamik; es wird lediglich eine minimale Verteidigungsbereitschaft vorausgesetzt. Eine Dynamik folgt aus dem Drang zur Nutzung moderner und innovativer <a href="Technologie" title="Technologie">Technologien</a>. Der <a href="R%C3%BCstungsindustrie" title="Rüstungsindustrie">Rüstungssektor</a> ist ebenso betroffen bzw. das Bestreben, Neuerungen auch militärisch nutzbar zu machen. Es wird mit Blick auf die Zukunft gerüstet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Theorien_der_Außenleitung"><span id="Theorien_der_Au.C3.9Fenleitung"></span>Theorien der Außenleitung</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Aktions-Reaktionsmodell">Aktions-Reaktionsmodell</h4></div>
<p>Dieses Schema basiert darauf, dass die Handlungen der verschiedenen Akteure jeweils von der Gegenseite genauestens analysiert werden und auch nur darauf reagiert wird. Aufgrund dieses Verhaltens bildet sich ein ständiger Kreislauf von Aktion und Reaktion. Bei diesem Schema liegt das zentrale Augenmerk auf der <a href="Verteidigungspolitik" class="mw-redirect" title="Verteidigungspolitik">Verteidigungspolitik</a> der einzelnen <a href="Staat" title="Staat">Länder</a>. Im Aktions-Reaktionsmodell gesprochen, bedeutet jede rüstungspolitische Entscheidung eines Landes eine sofortige rüstungspolitische Reaktion des Gegners. Dieses ständige Agieren und Reagieren basiert einzig auf dem Fakt, dem Gegner nie das Gefühl der Überlegenheit zu vermitteln. Als Voraussetzung ist ein gewisser Grundkonflikt zu nennen, ohne den es diese spezielle Reaktion auf genau diesen einen Gegner gar nicht geben würde.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Gefangenendilemma_bzw._Sicherheitsdilemma">Gefangenendilemma bzw. Sicherheitsdilemma</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Gefangenendilemma" title="Gefangenendilemma">Gefangenendilemma</a></i></div>
<p>Diese darzustellende Theorie geht von der Annahme einer <a href="Gefangenendilemma" title="Gefangenendilemma">Gefangenbefragung</a> aus, die wie folgt kurz darzustellen ist:
Zwei eines Überfalls Verdächtige werden verhört. Die Tat ist eigentlich nicht nachweisbar, deswegen unterbreitet der Staatsanwalt folgendes Angebot:
</p>
<ul><li>Beide leugnen die Tat: jeweils ein Jahr Haft wegen unerlaubten Waffenbesitzes (<a href="Pareto-Optimum" title="Pareto-Optimum">Pareto-Optimum</a>).</li>
<li>Beide gestehen: „mildernde Umstände“ jeweils fünf Jahre Haft (<a href="Nash-Gleichgewicht" title="Nash-Gleichgewicht">Nash-Gleichgewicht</a>).</li>
<li>Einer leugnet, einer gesteht: Kronzeuge frei, anderer zehn Jahre Haft.</li></ul>
<p>Es macht bei dieser Befragung keinen Unterschied (mit Ausnahme der Berücksichtigung von „Ganovenehre“), ob sich die beiden Gefangenen absprechen oder nicht. Bei der Befragung ohne Absprachen ist die so genannte <a href="Dominante_Strategie" title="Dominante Strategie">dominante</a> oder rationale Strategie, dass beide gestehen, da jeder die Hoffnung hat, den anderen verraten zu können, um selbst freizukommen. Bei der Befragung mit Absprachen der Befragten wird der Anreiz nur noch größer, den anderen zu verraten, da die Hoffnung besteht, selbst freizukommen, da der andere mit Sicherheit „dichthält“.
</p><p>Nun die Ummünzung auf die Rüstungsdynamik: Im Sicherheitsdilemma befinden sich, analog zum Gefangenendilemma, Staaten im internationalen System der <a href="Anarchie" title="Anarchie">Anarchie</a>, welches ebenfalls keine übergeordnete <a href="Institution" title="Institution">Institution</a> kennt, die die Durchsetzung internationaler Gesetze und Vereinbarungen erzwingen könnte. Kein Staat kann sich demnach auf Abmachungen mit anderen Staaten verlassen und muss immer davon ausgehen, dass diese gebrochen werden. Um nicht Gefahr zu laufen, die eigene <a href="Macht" title="Macht">Machtposition</a> zu verlieren und sich von Staaten angreifbar zu machen, wird Rüstung zur dominanten Strategie.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Assurance-Game">Assurance-Game</h4></div>
<p>Das Assurance-Game basiert auf der strategischen Situation, dass Akteure überwiegend von wechselseitiger Kooperation profitieren. Die Theorie geht dabei vornehmlich auf <a href="Jean-Jacques_Rousseau" title="Jean-Jacques Rousseau">Jean-Jacques Rousseaus</a> Schilderung der <a href="Hirschjagd" title="Hirschjagd">Hirschjagd</a> zurück:
Zwei Jäger haben die Möglichkeit, entweder gemeinsam auf die Jagd nach einem Hirsch zu gehen oder individuell bei sich bietender Gelegenheit einen Hasen zu jagen. Bei Letzterem wäre die Aussicht auf den Hirschen allerdings dahin. Daraus ergeben sich folgende Handlungsmöglichkeiten:
</p>
<ul><li>Beide Jäger machen gemeinsam Jagd auf den Hirschen und teilen sich die Beute (4,4). (<a href="Pareto-Optimum" title="Pareto-Optimum">Pareto-Optimum</a>)</li>
<li>Ein Jäger defektiert und sichert sich einen Hasen, während der andere Jäger noch kooperiert und den Hirsch erlegt. Da nur der Hirsch geteilt wird, erhält der erste Jäger einen relativen Vorteil gegenüber dem zweiten (3,1).</li>
<li>Beide Jäger versuchen nicht ernsthaft, den Hirschen zu jagen, und versuchen stattdessen, einen Hasen zu erlegen. In diesem Fall gehen beide mit der kleineren Beute nach Hause und erhalten das Ergebnis (2,2). (<a href="Nash-Gleichgewicht" title="Nash-Gleichgewicht">Nash-Gleichgewicht</a>)</li></ul>
<p>Es wird deutlich, dass sich für eine erfolgreiche Hirschjagd die Jäger die gegenseitige Kooperation zusichern können müssen – daher die Bezeichnung des Versicherungs-Spiels.
Bei der Anwendung auf die <a href="R%C3%BCstungskontrolle" title="Rüstungskontrolle">Rüstungskontrolle</a> wird von zwei Staaten ausgegangen, die sich in einer Kooperation über Rüstungskontrolle befinden, hier anhand einer Tabelle vereinfacht dargestellt:
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<td></td>
<td>B beschränkt Rüstung</td>
<td>B rüstet auf
</td></tr>
<tr>
<td>A beschränkt Rüstung</td>
<td>4,4</td>
<td>1,3
</td></tr>
<tr>
<td>A rüstet auf</td>
<td>3,1</td>
<td>2,2
</td></tr></tbody></table><p><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch hier lassen sich zwei Gleichgewichte aufzeigen. Zum einen, wenn beide defektieren und aufrüsten (2,2), zum anderen, wenn beide kooperieren und die Rüstung beschränken (4,4). Die Voraussetzung für die letzte Handlungsmöglichkeit ist, dass beide Kooperationspartner den größeren Nutzen aus der Rüstungsbeschränkung ziehen und sich diese Kooperation zusichern. Da eine funktionierende Rüstungskontrolle zur Lösung des Sicherheitsdilemmas beiträgt, könnte man das Assurance-Game als die Idealform der Transformation des Gefangenendilemmas bezeichnen. Wächst jedoch das Interesse an relativen Vorteilen, oder es tritt eine zunehmende Feindseligkeit zwischen den Akteuren auf, kann es zu einem Rückfall in das <a href="Gefangenendilemma" title="Gefangenendilemma">Gefangenendilemma</a> kommen. Als eine weitere Störvariable lässt sich das sogenannte „Virus des Misstrauens“ bezeichnen, welches aus dem Wissen um die Versuchung und die Gelegenheit der Gegenseite, einen relativen Statusvorteil zu erlangen, rührt und so das Assurance-Game „infiziert“.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Chicken-Game">Chicken-Game</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Chicken_Game" class="mw-redirect" title="Chicken Game">Feiglingsspiel</a></i></div>
<p>Das so genannte „Chicken Game“ ist in <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> auch unter dem Namen Angsthasen- oder Feiglingsspiel bekannt. Dieses aus den <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> stammende Spiel von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bildet die Grundlage für eine der Theorien zur Rüstungsdynamik. Die Grundüberlegung bei diesem Spiel ist die, dass zwei Autos aufeinander zu fahren oder in Richtung einer Klippe und der, der als Erster bremst oder ausweicht, der Angsthase oder eben das „Chicken“ ist. Der gleiche Sachverhalt lässt sich auch sehr anschaulich auf die Rüstungsdynamik projizieren. Im Gegensatz zu den zwei vorangegangenen Theorien steht hier nicht die Überlegenheit des anderen als „<a href="Worst_Case" title="Worst Case">Worst Case</a>“ an oberster Stelle, sondern der <a href="Atomkrieg" title="Atomkrieg">Atomkrieg</a> an sich. Der beste Fall bei Wettrüsten zweier <a href="Staat" title="Staat">Staaten</a> wäre das gleichzeitige Aufgeben der <a href="R%C3%BCstung_(Milit%C3%A4r)" title="Rüstung (Militär)">Rüstung</a> und damit die „Wahrung beider Gesichter“. Da sich die Staaten im internationalen System aber nie auf den anderen Staat verlassen können, ist das beiderseitige Aufgeben der Rüstung nicht die <a href="Dominante_Strategie" title="Dominante Strategie">dominante Strategie</a> und wird damit auch nicht durchgeführt. Vielmehr wird es dazu kommen, dass keiner der beiden Staaten aufhört, da einseitiges Beenden der Rüstung als Niederlage angesehen werden würde. Mit „jeder Runde“ steigt die Nervosität und die Gefahr eines Atomkrieges wird immer größer. Ziel ist es also, diese <a href="Konfrontation" title="Konfrontation">Konfrontationsspirale</a> nicht ausufern zu lassen.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Das_Richardson-Modell">Das Richardson-Modell</h4></div>
<p><a href="Lewis_Fry_Richardson" title="Lewis Fry Richardson">Richardson</a> formulierte bereits 1960 eine einfache mathematische Formel, in der er versuchte das Problem der Rüstungsdynamik darzustellen. Das Grundproblem dabei ist, dass nicht klar ist, woher überhaupt die Dynamik kommt. Ein <a href="Wettr%C3%BCsten" title="Wettrüsten">Rüstungswettlauf</a> ist theoretisch damit beendet, dass eine rüstungspolitische Entscheidung durch einen Staat getroffen wird und ein zweiter Staat kontert, sodass das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Richardsons Modell berücksichtigt die Punkte Bedrohungslage, Kosten der eigenen <a href="Aufr%C3%BCstung" title="Aufrüstung">Aufrüstung</a> sowie bestehende Feindschaften als die zentralen Punkte. Als weitere Einflussfaktoren nennt Richardson das Rüstungsniveau, die Wahrnehmung der Rüstung für andere und den Grad der gegenseitigen Beziehungen. Die Formeln sollen eine Vorschau über den zeitlichen Ablauf ermöglichen und möglichst die Form des Rüstungswettlaufs, die Gefährlichkeit sowie die Frage der Rüstungsintensität in Bezug auf Kostenintensität im Voraus bestimmen können.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Theorien_der_Innenleitung">Theorien der Innenleitung</h3></div>
<p>Die Theorien der Innenleitung befassen sich mit den innerstaatlichen Faktoren und Bedingungen rüstungspolitischer Entscheidungen. <a href="Sicherheitspolitik" title="Sicherheitspolitik">Sicherheitspolitische</a> Fragen, welche sich aus Techniken, geografischen Gegebenheiten und zwischenstaatlichen Konstellationen ergeben, bieten demnach mehrere Möglichkeiten des Handelns in Bezug auf Herausforderungen der <a href="Sicherheit" title="Sicherheit">Sicherheit</a> der jeweiligen Staaten. Deshalb reagieren Staaten unterschiedlich und es gibt verschiedene Erklärungsversuche mit folgenden Theorien.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Militärisch-industrieller_Komplex"><span id="Milit.C3.A4risch-industrieller_Komplex"></span>Militärisch-industrieller Komplex</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Milit%C3%A4risch-Industrieller_Komplex" class="mw-redirect" title="Militärisch-Industrieller Komplex">Militärisch-Industrieller Komplex</a></i></div>
<p>Die Theorie vom <a href="Milit%C3%A4risch-Industrieller_Komplex" class="mw-redirect" title="Militärisch-Industrieller Komplex">Militärisch-industriellen Komplex</a> handelt von mächtigen, konzentrierten und durchsetzungsfähigen Rüstungsakteuren sowie den entsprechenden innergesellschaftlichen Kräfteverhältnissen. Dieser Komplex wird geprägt durch Rüstungsunternehmen, auf <a href="R%C3%BCstung_(Milit%C3%A4r)" title="Rüstung (Militär)">Rüstung</a> fokussierte <a href="Forschungseinrichtung" title="Forschungseinrichtung">Forschungseinrichtungen</a>, entsprechende Abteilungen des <a href="Verteidigungsministerium" title="Verteidigungsministerium">Verteidigungsministeriums</a> und auch im weiteren Sinne betroffene Einzelpersonen wie Politiker mit dominanten Rüstungsinteressenvertretern im eigenen Wahlkreis. Schranken bei der rüstungspolitischen Interessendurchsetzung gibt es dabei nur durch das Erreichen oder Überschreiten der Schmerzgrenze der gesellschaftlichen Ressourcen. Die Rüstung wird durch innergesellschaftliche Interessenformationen vorangetrieben. Die <a href="Gefahr" title="Gefahr">Gefahr</a> besteht dabei in dem zunehmenden politischen Einfluss von großen Waffenproduzenten auf staatliche Rüstungsentscheidungen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Zusammenhänge_von_Demokratie,_Kapitalismus_und_Rüstungsdynamik"><span id="Zusammenh.C3.A4nge_von_Demokratie.2C_Kapitalismus_und_R.C3.BCstungsdynamik"></span>Zusammenhänge von Demokratie, Kapitalismus und Rüstungsdynamik</h4></div>
<p>Der Ursprung der spezifischen Ausprägungen der Rüstungsdynamik liegt in dieser Gruppe von Theorien bei den Eigenschaften der unterschiedlichen politisch-gesellschaftlichen Systeme. So haben <a href="Demokratie" title="Demokratie">Demokratien</a> eine deutlich erhöhte <a href="Frieden" title="Frieden">Friedensneigung</a>, da sämtliche rüstungsbezogene Ausgaben auf das unbedingt notwendige Mittel zur Defensive beschränkt werden, da Überrüstung als Verschwendung des gesellschaftlichen Reichtums angesehen wird. <a href="Autokratie" title="Autokratie">Autokratien</a> hingegen bringen mehr für ihre Rüstung auf. Autokratien haben auch eine erhöhte Neigung, <a href="Krieg" title="Krieg">Kriege</a> zu beginnen, da Kriegsniederlagen weniger Machtverlust als bei Demokratien bedeuten. Rüstungsdynamik ist durch aggressive Neigungen mit überlegenen Angriffsoptionen von Nichtdemokratien gegenüber dem Verteidigungsdispositiv der Demokratien geprägt. Der Kapitalismus ist zur ständigen Ausdehnung bestrebt, was ihn auch zur militärischen Expansion durch Kriege treibt.
</p><p>Im Zusammenhang mit diesem Themenkomplex ist auch das <b><a href="Dual-Use" title="Dual-Use">„Dual-Use-Dilemma“</a></b> zu erwähnen, welches auf den Studien von Matthew Fuhrmann und Matthew Kroenig basiert. Dieses besteht darin, dass <a href="Kernenergie" title="Kernenergie">Atomtechnologie</a> sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden kann und diese Tatsache von den Staaten, die atomare Technologien und Materialien verbreiten, offenbar unbewusst oder bewusst ignoriert zu werden scheint. Ein besonderer Fokus wurde auch auf das vermeintlich verantwortungsvolle Handeln von demokratischen Staaten in Bezug auf die <a href="Waffenverbreitung" class="mw-redirect" title="Waffenverbreitung">Proliferation</a> von Atomtechnologie und atomaren Materialien gelegt. Fuhrmann und Kroenig gründen ihre Analysen auf der These, dass nahezu jeglicher <a href="Export" title="Export">Export</a> von ziviler Atomtechnologie und zivilen Atommaterialien die Entwicklung militärischer Atomprogramme fördert, wobei die Staaten primär von strategisch-politischen Interessen und nachrangig von wirtschaftlichen Interessen geleitet werden. Zudem stellen Fuhrmann und Kroenig in ihren Analysen fest, dass bei der Proliferation von Atomtechnologie und atomaren Materialien kein Unterschied zwischen autokratischen und demokratischen Staaten gemacht wird.
Die von Fuhrmann und Kroenig aufgestellten Analysen wurden, als die Ersten in diesem Gebiet der Forschung, seither heftig diskutiert und kritisiert, besonders im Hinblick auf die verwendeten Daten. Dabei konnte widerlegt werden, dass Staaten sich in erster Linie von kurzfristig strategisch-politischen Interessen leiten lassen, da ebenso häufig auch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Als Beispiel hierfür sind die Nuklearabkommen zwischen <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreich</a> und den Staaten der Mittelmeerregion zu nennen. Des Weiteren wird die Betrachtungsweise der beiden Wissenschaftler kritisiert. So weisen die Ergebnisse der Studien über das „Dual-Use-Dilemma“ eher darauf hin, dass Staaten, die nach <a href="Kernwaffe" title="Kernwaffe">Kernwaffen</a> streben zivile nukleare Kooperationsabkommen forcieren, um die Entwicklungskosten eines militärischen Atomprogramms zu senken und nicht, dass zivile Nuklearkooperationen Staaten erst dazu verleiten ein militärisches Atomprogramm zu initiieren. Im Hinblick auf das Verantwortungsbewusstsein von demokratischen Staaten auf die Proliferation agieren diese, im Gegensatz zu autokratischen Staaten, transparenter. Es wurde jedoch bestätigt, dass auch demokratische Staaten sich von kurzfristig strategisch-politischen und wirtschaftlichen <a href="Interesse_(Politikwissenschaft)" title="Interesse (Politikwissenschaft)">Interessen</a> leiten lassen. Hier sind ein umsichtigeres Handeln der demokratischen Staaten sowie eine umfassende Überwachung der Güter seitens der <a href="Internationale_Atomenergie-Organisation" title="Internationale Atomenergie-Organisation">Internationalen Atomenergie-Organisation</a> (IAEO) im importierten Land von größter Wichtigkeit.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Macht_der_Kultur_und_der_„Dritte_Weg“"><span id="Macht_der_Kultur_und_der_.E2.80.9EDritte_Weg.E2.80.9C"></span>Macht der Kultur und der „Dritte Weg“</h4></div>
<p>Diese Theorien beziehen sich auf die Wirkung von kulturellen und <a href="Ideologie" title="Ideologie">ideologischen</a> Variablen, welche unterschiedliche Rüstungsverhalten und nationale <a href="Milit%C3%A4rdoktrin" title="Militärdoktrin">Militärdoktrinen</a> charakterisieren. Diese <a href="Doktrin" title="Doktrin">Doktrinen</a> beschreiben auf unterschiedlichen Ebenen die Ausprägungen der <a href="Streitkr%C3%A4fte" title="Streitkräfte">Streitkräfte</a> eines <a href="Staat" title="Staat">Staates</a>. Eine nationale Militärdoktrin umfasst sechs verschiedene Ebenen der Kriegsführung: die technische Ebene (welche Waffen?), die taktische Ebene (wie sollen Waffen zusammenwirken?), der Kriegsschauplatz (wie lässt sich welcher Schauplatz eingrenzen und bestimmen?), die strategische Ebene (Abstimmung verschiedener Operationen für Erfolg im Krieg) und die Ebene der Großstrategie (politische Ziele mit militärischen und nichtmilitärischen Machtmitteln). Die Ausprägungen der einzelnen Aspekte der Doktrin werden durch <a href="Operationsart#Verteidigung" title="Operationsart">Verteidigung</a> oder <a href="Operationsart#Angriff" title="Operationsart">Offensive</a> und Abnutzungs- oder Bewegungsstrategie entschieden. Weiterhin beschreiben objektive Faktoren (z.&nbsp;B. geographische Lage oder Rüstungstechnologie), subjektive Faktoren (z.&nbsp;B. Ideologie, Tradition oder Erfahrung) und organisatorische Faktoren (z.&nbsp;B. Verhältnis ziviler und militärischer Führung) die Doktrin genauer. Die Doktrinwahl nimmt somit auch einen erheblichen Einfluss auf die Rüstungsinvestitionen und folglich auch auf die Rüstungsdynamik.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte_der_Rüstungsdynamik"><span id="Geschichte_der_R.C3.BCstungsdynamik"></span>Geschichte der Rüstungsdynamik</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="In_der_Antike">In der Antike</h3></div>

<p>Die Schlachten der Antike wurden in der Regel mit Waffen wie <a href="Schwert" title="Schwert">Schwert</a>, <a href="Lanze" title="Lanze">Lanze</a> und <a href="Bogen_(Waffe)" title="Bogen (Waffe)">Bogen</a> ausgetragen, deren Einsatz auf Muskelkraft basierte. Die Kenntnisse zur Herstellung dieser Waffen waren weit verbreitet – die Überlegenheit der <a href="R%C3%B6mische_Legion" title="Römische Legion">Römischen Legionen</a> war also nicht auf einen Vorsprung in der <a href="Wehrtechnik" title="Wehrtechnik">Waffentechnik</a> zurückzuführen. Die Optimierung von Ausbildung, Logistik und Organisation ermöglichte es dem <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römischen Reich</a> über Jahrhunderte seine Interessen zu sichern.
</p><p>Die Entwicklung des <a href="Steigb%C3%BCgel_(Reiten)" title="Steigbügel (Reiten)">Steigbügels</a> und die damit verbundene Entstehung der <a href="Kavallerie" title="Kavallerie">Kavallerie</a><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> brach diese Vormachtstellung und führte zu weitreichenden Entwicklungen auf dem Gebiet der Lanzen und <a href="R%C3%BCstung" class="mw-disambig" title="Rüstung">Rüstungen</a>.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vom_Mittelalter_bis_zur_Industriellen_Revolution">Vom Mittelalter bis zur Industriellen Revolution</h3></div>
<p>Das Aufkommen der <a href="Armbrust" title="Armbrust">Armbrust</a> als rüstungsbrechende Distanzwaffe sowie die Anpassung der Infanteriebewaffnung mit weitreichenden <a href="Spie%C3%9F" title="Spieß">Spießen</a> führte zu einer immer stärkeren Panzerung der Ritterrüstungen. Der Einsatz massierter Langbogen erlaubte zahlenmäßig unterlegenen englischen Heeren mehrere Siege im <a href="Hundertj%C3%A4hriger_Krieg" title="Hundertjähriger Krieg">Hundertjährigen Krieg</a> (vgl. <a href="Schlacht_von_Cr%C3%A9cy" class="mw-redirect" title="Schlacht von Crécy">Schlacht von Crécy</a>). Die Langbogenschützen stellen jedoch keine nächste Stufe einer linearen Entwicklung dar. Die aufwendige und damit teure Ausbildung führte schon wenige Jahre nach der <a href="Schlacht_von_Azincourt" title="Schlacht von Azincourt">Schlacht von Azincourt</a> 1415 dazu, dass immer mehr Arkebusiere, später Musketiere zum Einsatz kamen, deren Ausbildungaufwand deutlich unter dem der Langbogenschützen lag.
</p><p>Das Auftauchen des <a href="Schie%C3%9Fpulver" title="Schießpulver">Schießpulvers</a> und damit der ersten <a href="Feuerwaffe" title="Feuerwaffe">Feuerwaffen</a> auf den Schlachtfeldern, revolutionierte nicht nur die Waffentechnik, sondern führte auch zu einschneidenden Änderungen der Armeeorganisation und der allmählichen Änderung der <a href="Schlachtordnung" title="Schlachtordnung">Schlachtordnung</a>. Um sich gegen Schützen verteidigen zu können, wurden den Nahkämpfern (etwa Pikiniere im <a href="Gewalthaufen" title="Gewalthaufen">Gewalthaufen</a>) Arkebusen-, später vermehrt Musketenschützen zur Seite gestellt.
Die weitere Verbesserung der Waffentechnik sowie der Taktik führte zunächst (mit den immer größeren Armeen der frühen Neuzeit) zu immer verfeinerten Schlachtordnungen (Ordonnanzen). Spätestens mit der Einführung der Bajonette wurde der Spieß als Waffe obsolet und die <a href="Lineartaktik" title="Lineartaktik">Lineartaktik</a> eingeführt, welche bis ins 19. Jh. Standard blieb.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Einführung von <a href="Artillerie" title="Artillerie">Kanonenartillerie</a>, jedoch der gesamten Umwandlung der Armeen seit dem Spätmittelalter haben jedoch weitreichendere Folgen.
Die teuren Ausgaben für neuartige Bastionen, Artillerie und größere Heere veränderten nach und nach die gesamte Gesellschaft und sind letztlich eine Triebfeder der modernen, europäischen Staaten.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
So ist ein Element von Rüstung bzw. der militärischen Möglichkeiten eines Fürsten/Staates immer auch seine Verwaltung. Nicht zufällig ist z.&nbsp;B. am Ende der <a href="Fr%C3%BChe_Neuzeit" title="Frühe Neuzeit">Frühen Neuzeit</a> Frankreich sowohl eine führende (militärische) Macht in Europa, als auch führend in der Verwaltung. Nur mit effizienter Verwaltung und Besteuerung ließen sich überhaupt die Kriege finanzieren, welche bspw. <a href="Ludwig_XIV." title="Ludwig XIV.">Ludwig&nbsp;XIV.</a> im 17. Jh. führte.
Auf militärische Niederlagen folgten in dieser Zeit stetig folglich umfassende Reformen, nicht nur das Militär betreffend, etwa die Preußische Reformen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Neben der Weiterentwicklung der bis dahin bekannten <a href="Waffensysteme" class="mw-redirect" title="Waffensysteme">Waffensysteme</a> versuchte man nun auch, durch strukturelle Verbesserung im von homogener Machtverteilung geprägten Europa die <a href="Hegemonie" title="Hegemonie">Vorherrschaft</a> zu erlangen.
</p><p>So entwickelte man um 1770 in Frankreich eine leichtere und mobilere <a href="Kanone" title="Kanone">Kanone</a>, die in einer Schlacht wesentlich flexibler eingesetzt werden konnte. Im Zusammenhang mit der Einführung der <a href="Allgemeine_Wehrpflicht" class="mw-redirect" title="Allgemeine Wehrpflicht">allgemeinen Wehrpflicht</a> und der Entwicklung der militärischen Organisation erschuf Frankreich ein diszipliniertes Massenheer, welches gepaart mit <a href="Napoleon" class="mw-redirect" title="Napoleon">Napoleons</a> Führungsqualitäten bis zum <a href="Russlandfeldzug_1812" title="Russlandfeldzug 1812">Russlandfeldzug</a> im Jahre 1812 ungeschlagen blieb.<sup id="cite_ref-schoernig26f_13-0" class="reference"><a href="#cite_note-schoernig26f-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Im_Industriezeitalter">Im Industriezeitalter</h3></div>

<p>Im Laufe des 19. Jahrhunderts hielt die <a href="Industrielle_Revolution" title="Industrielle Revolution">industrielle Revolution</a> auch im militärischen Bereich Einzug. Neu entwickelte <a href="Waffe" title="Waffe">Waffen</a> dominierten das Schlachtfeld; <a href="Panzer" title="Panzer">Panzer</a> und <a href="Kampfflugzeug" title="Kampfflugzeug">Flugzeuge</a> die den Kampf der <a href="Infanterie" title="Infanterie">Infanterie</a> unterstützen sind in unserer heutigen <a href="Armee" title="Armee">Armee</a> fest integrierter Bestandteil. (vgl. <a href="Gefecht_der_verbundenen_Waffen" title="Gefecht der verbundenen Waffen">Gefecht der verbundenen Waffen</a>)
</p>
<dl><dt>Heer</dt></dl>
<p>Wichtige Errungenschaften für das Heer in der militärischen Entwicklung des Industriezeitalters sind das <a href="Maschinengewehr" title="Maschinengewehr">Maschinengewehr</a> und der Panzer.
</p><p>Das MG wurde erstmals in der Belagerung von St. Petersburg 1864 eingesetzt und konnte zahlreiche gegnerische Infanteristen ohne eigene größere Verluste töten.
Im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> zeichnete sich dessen tödlicher Effekt dann auch für die Europäer ab. Der Einsatz schwerer Maschinengewehre und <a href="Gesch%C3%BCtz" title="Geschütz">Geschütze</a> forderte tausende Menschenleben im Kampf um die Frontverschiebung. Unabhängig voneinander versuchte man die eigenen Kräfte zu schonen und trug damit zu einem langjährigen <a href="Stellungskrieg" title="Stellungskrieg">Stellungskrieg</a> bei.
</p><p>Der Panzer wurde erstmals in größerer Zahl während des Ersten Weltkrieges eingesetzt, um die feindlichen Stellungen zu durchbrechen und somit Bewegung in die festgefahrenen Fronten des Stellungskrieges zu bringen.
Jedoch blieb der Panzer im Ersten Weltkrieg eine reine Unterstützungswaffe der Infanterie, der von den Militärstrategen noch keine eigene, kriegsentscheidende Rolle zugesprochen wurde.
Ein Umdenken in dieser Hinsicht fand erst im <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> statt, als es den Deutschen mit Hilfe ihrer hochmobilen Einheiten gelang, Polen ohne nennenswerten Widerstand einzunehmen (vgl. <a href="Blitzkrieg" title="Blitzkrieg">Blitzkrieg</a>). Dieser Sieg gab auch der Rüstungsdynamik einen ganz neuen Impuls.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dt>Marine</dt></dl>
<p>Eine weitere technische Errungenschaft der <a href="Industrialisierung" title="Industrialisierung">Industrialisierung</a> war der Bau des britischen Schlachtschiffs <i><a href="Dreadnought_(Schiff%2C_1906)" title="Dreadnought (Schiff, 1906)">Dreadnought</a></i>. Dieser neu entwickelte Schiffstyp gilt als Vorläufer aller modernen <a href="Kriegsschiff" title="Kriegsschiff">Kriegsschiffe</a> des 20. Jahrhunderts. Ausgestattet mit einer Stahlpanzerung und schwerer Artillerie beherrschte die <a href="Royal_Navy" title="Royal Navy">britische Hochseeflotte</a> das Meer. (vgl. <a href="Skagerrakschlacht" title="Skagerrakschlacht">Seeschlacht bei Skageraak</a>)
</p>
<dl><dt>Luftwaffe</dt></dl>
<p>Die Entwicklungen in der <a href="Luftfahrt" title="Luftfahrt">Luftfahrt</a> eröffnete dem <a href="Milit%C3%A4r" title="Militär">Militär</a> die Möglichkeit zu bahnbrechenden <a href="Strategie_(Milit%C3%A4r)" title="Strategie (Militär)">Strategien</a>. Die <a href="Luft%C3%BCberlegenheit" title="Luftüberlegenheit">Luftüberlegenheit</a> wurde zu einem priorisierten Ziel, um tief in das gegnerische Territorium wirken zu können und so den eigenen Bodentruppen durch Angriffe auf Value Targets zu einem relevanten Vorteil zu verhelfen. Die wichtigste Errungenschaft ist die Einführung von <a href="Bomber" title="Bomber">strategischen Bombern</a>, die durch ihre große Reichweite (bis 4000&nbsp;km) verbunden mit der verheerenden Zerstörungskraft befähigt waren, die Ziele der übergeordneten Führung durchzusetzen. Man konnte so zum ersten Mal, fernab des Frontverlaufs, den Schrecken des Krieges in die <a href="Zivilbev%C3%B6lkerung" class="mw-redirect" title="Zivilbevölkerung">Zivilbevölkerung</a> tragen. Die Auswirkungen solcher Bombardierungen werden besonders an den Beispielen von <a href="The_Blitz" title="The Blitz">London</a> und <a href="Bombardierung_Dresdens" class="mw-redirect" title="Bombardierung Dresdens">Dresden</a> deutlich. Diese Entwicklung ist weiterhin rüstungsdynamisch relevant, weil die Forschung zur Erhöhung der Reichweite von Kampfflugzeugen und der <a href="Raketentechnik" title="Raketentechnik">Raketentechnologie</a> sowie mögliche Abwehrmaßnahmen daraus resultieren.
</p>
<dl><dt><a href="Chemische_Waffe" title="Chemische Waffe">Chemische Waffen</a></dt></dl>
<p>Bereits auf der ersten <a href="Haager_Friedenskonferenzen" title="Haager Friedenskonferenzen">Haager Friedenskonferenz</a> 1899 wurde ein Verbot der militärischen Nutzung von Giftgas festgelegt, wenngleich die Bedrohung zu diesem Zeitpunkt nur hypothetisch vorhanden war. Obwohl das <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">Deutsche Kaiserreich</a> den Vertrag unterzeichnete, benutzten deutsche Truppen 1915 in der <a href="Zweite_Flandernschlacht" title="Zweite Flandernschlacht">Schlacht von Ypern</a> Giftgas. In Reaktion darauf verwendeten auch die Alliierten Gas, und spätestens mit Eintritt der USA in den Krieg begann dort ebenfalls die Forschung zu chemischen Waffen. Die Entscheidung der USA, in Reaktion auf den deutschen Gift- und Senfgasgebrauch ebenfalls chemische Waffen zu benutzen, fand keinen Widerspruch in der eigenen Bevölkerung. Ganz im Gegenteil, es wurde damals als notwendiges Mittel zur Verteidigung betrachtet.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Ungeachtet der Vorteile, die chemische Waffen in der Kriegsführung möglicherweise gebracht hätten, wurden sie auf den großen Kriegsschauplätzen des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> nicht benutzt. Eine Begründung für den Nichtgebrauch findet sich in der zwischenzeitlichen Etablierung eines „chemischen Tabus“. Aufgrund der starken Politisierung und der Stigmatisierung der Waffe fand der Einsatz chemischer Kampfstoffe nur noch in sehr limitiertem Umfang statt. Daher hatte sich auch keine Rüstungsdynamik nach dem Ersten Weltkrieg etabliert.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit der <a href="Chemiewaffenkonvention" title="Chemiewaffenkonvention">Chemiewaffenkonvention</a> von 1997 sind Chemiewaffen heute weltweit geächtet und einem strengen <a href="R%C3%BCstungskontrolle#Rüstungskontrolle_im_Bereich_Chemischer_Waffen" title="Rüstungskontrolle">Rüstungskontrollregime</a> unterworfen. Die <a href="Organisation_f%C3%BCr_das_Verbot_chemischer_Waffen" title="Organisation für das Verbot chemischer Waffen">OPCW</a> wacht weltweit über die derzeit stattfindende Vernichtung bestehender Bestände.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Während_des_Ost-West-Konflikts"><span id="W.C3.A4hrend_des_Ost-West-Konflikts"></span>Während des Ost-West-Konflikts</h3></div>
<p>Rüstungsdynamik während des <a href="Kalter_Krieg" title="Kalter Krieg">Ost-West-Konflikts</a> war maßgeblich geprägt von einem <a href="Wettr%C3%BCsten" title="Wettrüsten">Wettrüsten</a> zwischen den beiden Großmächten USA und der damaligen Sowjetunion. Vorangetrieben wurde dieser Prozess nicht zuletzt durch den starken ideologischen Gegensatz beider Seiten.<sup id="cite_ref-schoernig74_17-0" class="reference"><a href="#cite_note-schoernig74-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="Internalisierung_(Sozialwissenschaften)" title="Internalisierung (Sozialwissenschaften)">Internalisierung</a> des <a href="Kommunismus" title="Kommunismus">Kommunismus</a> aus US-amerikanischer und des <a href="Kapitalismus" title="Kapitalismus">Kapitalismus</a> aus sowjetischer Sicht als Feindbild verstärkten den Rüstungswettlauf der beiden Supermächte erheblich.
Militärische und geostrategische Ungleichgewichte unter den Kontrahenten trugen ihr Übriges zu dem Prozess des Wettrüstens bei. Zu nennen sind hier zum einen der Unterschied zwischen den USA als traditionelle <a href="Seemacht" title="Seemacht">Seemacht</a> und der Sowjetunion als <a href="Landmacht" title="Landmacht">Landmacht</a><sup id="cite_ref-schoernig74_17-1" class="reference"><a href="#cite_note-schoernig74-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und zum anderen sowohl die militärisch rein quantitative Überlegenheit der Sowjetunion in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg als auch die geographische Lage der Sowjetunion (im Westen Angrenzung an Bündnispartner der USA) selbst. Am deutlichsten zeigte sich die genannte Ungleichheit in den Truppenstärken der USA und der Sowjetunion in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Während die USA dort die Anzahl ihrer <a href="Division_(Milit%C3%A4r)" title="Division (Militär)">Divisionen</a> in der Zeit von 1945 bis 1950 von 69 auf eine reduzierten, blieb die Sowjetunion 1947 noch mit 40 Divisionen präsent.<sup id="cite_ref-dynkon76_18-0" class="reference"><a href="#cite_note-dynkon76-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Vordergrund der Rüstungsdynamik während des Ost-West-Konflikts stand das nukleare Wettrüsten zwischen beiden <a href="Supermacht" title="Supermacht">Supermächten</a>, nachdem die Sowjetunion mit dem ersten erfolgreichen <a href="Atombombentest" class="mw-redirect" title="Atombombentest">Atombombentest</a> im Jahr 1949 das Ende des nuklearen <a href="Monopol" title="Monopol">Monopols</a> der USA besiegelte.<sup id="cite_ref-dynkon76_18-1" class="reference"><a href="#cite_note-dynkon76-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Verlauf der 1950er Jahre stellte sich seitens der <a href="NATO" title="NATO">NATO</a> eine Strategie der „<a href="Massive_Vergeltung" title="Massive Vergeltung">Massiven Vergeltung</a>“ ein, welche auch im Falle eines konventionellen Angriffs den Einsatz atomarer Waffen vorsah. Vor allem die 1960er und 1970er Jahre waren geprägt von einem gegenseitigen nuklearen „Hochschaukeln“ der beiden Großmächte. Mit ca. 32.500 Atomsprengköpfen erreichten die USA 1967 das Maximum ihrer nuklearen Rüstungsanstrengungen.<sup id="cite_ref-schoernig79_19-0" class="reference"><a href="#cite_note-schoernig79-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Sowjetunion gelang es hingegen erst Mitte der 1970er Jahre gleichzuziehen.
</p>

<p>Auch die technische Entwicklung nuklearer <a href="Sprengkopf" title="Sprengkopf">Sprengköpfe</a> nahm vor allem im Verlauf der 1970er und 1980er Jahre an Fahrt auf. Die sogenannte <a href="MIRV" class="mw-redirect" title="MIRV">MIRV</a>-Technologie (Multiple Independent Reentry Vehicles) auf Seiten der USA machte es möglich, mit einer Rakete mehrere Sprengköpfe zu befördern. Auf sowjetischer Seite wurde zunächst die sogenannte „<a href="R-36M" title="R-36M">SS-18</a>“ – eine Rakete, die mit bis zu zehn Sprengköpfen bestückt werden konnte – entwickelt. Dieses Potential erreichten die USA in den 1980er Jahren mit der „mobile MX“ (Missile Experimental).<sup id="cite_ref-schoernig80f_20-0" class="reference"><a href="#cite_note-schoernig80f-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese MIRV-Rakete war ebenfalls in der Lage zehn Sprengköpfe gleichzeitig zu transportieren. Da die technologische Entwicklung auf der defensiven Seite diesem Fortschritt der beiden Gegner nicht folgen konnte, kam „das Projekt einer <a href="Raketenabwehr" title="Raketenabwehr">Raketenabwehr</a>“<sup id="cite_ref-schoernig80_21-0" class="reference"><a href="#cite_note-schoernig80-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> vorerst zum Erliegen. Im Bereich der <a href="Mittelstreckenrakete" title="Mittelstreckenrakete">Mittelstreckenraketen</a> sind hier die Entwicklung der sowjetischen „<a href="RSD-10" title="RSD-10">SS-20</a>“ – mit dieser Rakete konnten gleichzeitig drei Ziele in Westeuropa angegriffen werden – und der amerikanischen „<a href="Pershing_II" class="mw-redirect" title="Pershing II">Pershing II</a>“ – eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite zwischen 680 und 1800 Kilometern – zu erwähnen.
</p><p>Mit der Absicht, ein wirksames <a href="Raketenabwehrsystem" class="mw-redirect" title="Raketenabwehrsystem">Raketenabwehrsystem</a> zu etablieren, begannen die USA 1983 schließlich mit ihrer sogenannten „<a href="Strategic_Defense_Initiative" title="Strategic Defense Initiative">Strategic Defense Initiative</a>“ (SDI). „Star Wars“ wurde dabei zum Inbegriff weltraumgestützter Abwehr sowjetischer <a href="Interkontinentalrakete" title="Interkontinentalrakete">Interkontinentalraketen</a>.<sup id="cite_ref-schoernig84_22-0" class="reference"><a href="#cite_note-schoernig84-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sowohl nuklear als auch konventionell war die Sowjetunion zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage der hoch-technologischen Entwicklung, die in den USA vorangetrieben wurde, zu folgen. Die Gründe hierfür, welche letztlich zum Ende des Wettrüstens zwischen den beiden Supermächten geführt haben, liegen im wirtschaftlichen Niedergang der Sowjetunion und im gleichzeitig von <a href="Michail_Sergejewitsch_Gorbatschow" title="Michail Sergejewitsch Gorbatschow">Michail Gorbatschow</a> angestoßenen Wandel der sowjetischen Politik durch „<a href="Glasnost" title="Glasnost">Glasnost</a> und <a href="Perestroika" title="Perestroika">Perestroika</a>“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aktuell:_das_Beispiel_der_Revolution_in_Military_Affairs_(RMA)"><span id="Aktuell:_das_Beispiel_der_Revolution_in_Military_Affairs_.28RMA.29"></span>Aktuell: das Beispiel der Revolution in Military Affairs (RMA)</h3></div>
<p>Der Begriff der <a href="Revolution_in_Military_Affairs" title="Revolution in Military Affairs">Revolution in Military Affairs</a> (RMA) gewann mit dem Ende des Ost-West-Konflikts zunehmend an Bedeutung. Nach dem Wegfall der Sowjetunion als nuklearem Gegner der westlichen Alliierten und der damit verbundenen Veränderung der Bedrohungslage schob sich der Fokus von nuklearer Rüstung nun wieder auf die Verwendung und Entwicklung konventioneller Waffen, da das Bedrohungsszenario nach anderen Mitteln als Atomwaffen verlangte.
Die Bedeutung von Präzisionsmunition und Waffensystemen mit <a href="Tarnkappentechnik" title="Tarnkappentechnik">Stealth</a>-Eigenschaften wurde erstmals im Golfkrieg 1990/91 sowie später im Golfkrieg 2003 und in Afghanistan sichtbar. Diese Konflikte haben zu einer stark erhöhten Nachfrage nach konventionellen High-Tech-Waffen sowie in jüngerer Vergangenheit vor allem nach unbemannten Waffensystemen –&nbsp;wie etwa <a href="Unbemanntes_Luftfahrzeug" title="Unbemanntes Luftfahrzeug">bewaffneten Drohnen</a>&nbsp;– geführt.<sup id="cite_ref-Trans16_23-0" class="reference"><a href="#cite_note-Trans16-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-SauerSchoernigKillerDrones_24-0" class="reference"><a href="#cite_note-SauerSchoernigKillerDrones-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Der Begriff Revolution in Military Affairs bezeichnet grundlegende Änderungen im Militärwesen, die auf drei Ebenen stattfinden können: der technologischen, der organisatorischen und der konzeptionellen Ebene.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um von einer Revolution sprechen zu können, muss die Veränderung sich auf alle drei Ebenen erstrecken. Es gilt zu betonen, dass militärische Revolutionen schon immer Teil der Menschheitsgeschichte waren. Beispielhaft seien hier die oben genannten Entwicklungen des Steigbügels und des Schießpulvers sowie, in heutiger Zeit, die Entwicklung unbemannter Systeme genannt, die die Art der Kriegsführung völlig verändert haben.
Besondere Erwähnung verdient hierbei nochmals die RMA während des Ersten Weltkrieges, da sie wie keine andere Revolution unser heutiges Verständnis von Krieg geprägt hat. Der Anfang des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a> unterschied sich dabei kaum von den Kriegen davor, denn erst im Laufe des Konfliktes stellten die beteiligten Parteien fest, dass sie ihre Kriegsführung an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen mussten. Diese Entwicklung war 1917 abgeschlossen und endete in einer Material- und Personalschlacht. Neu waren hierbei besonders der Kampf der verbundenen Waffen und die oben aufgeführten technischen Neuerungen.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Technologische_Ebene_der_RMA_–_Military_Technical_Revolution"><span id="Technologische_Ebene_der_RMA_.E2.80.93_Military_Technical_Revolution"></span>Technologische Ebene der RMA – Military Technical Revolution</h4></div>
<p>Der Schwerpunkt der RMA liegt in der technischen Entwicklung und Einführung neuartiger Waffensysteme. Diese Entwicklung wird durch den Begriff der Military Technical Revolution gekennzeichnet.
Im Mittelpunkt der schnellen technologischen Weiterentwicklung steht die Nutzbarmachung elektronischer Systeme für das Militär.<sup id="cite_ref-Trans16_23-1" class="reference"><a href="#cite_note-Trans16-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Ziele und daher zentrale Punkte der Rüstungsdynamik in der RMA sind dabei:
</p>
<ul><li>die Präzisionsbekämpfung</li>
<li>umfassende Aufklärung</li>
<li>der vernetzte Datenaustausch: Dieser ist integratives Element der RMA, da er alle anderen Aspekte verbindet und somit Kernelement der „Revolution“ ist.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Erklärtes Ziel ist es, ein „System of Systems“ zu etablieren, das vom einzelnen Soldaten vor Ort bis hin zur obersten Führungsspitze sämtliche Kräfte so vernetzt, dass ein umfassendes Lagebild erstellt, die Informationsüberlegenheit erlangt sowie effizient und in kürzester Zeit entschieden und gehandelt werden kann.<sup id="cite_ref-Trans16_23-2" class="reference"><a href="#cite_note-Trans16-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>In den deutschen Streitkräften schlägt sich dieses Konzept unter anderem im Führungsinformationssystem des Heeres und dem Infanterist der Zukunft nieder.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Organisatorische_und_konzeptionelle_Ebene_der_RMA">Organisatorische und konzeptionelle Ebene der RMA</h4></div>
<p>Historische Beispiele zeigen die Korrelation zwischen der Einführung neuer Waffensysteme und der Notwendigkeit der Reorganisation und strategischen bzw. taktischen Neuausrichtung der Streitkräfte auf diese, um die neuen Waffensysteme gewinnbringend einsetzen zu können. Angeführt, als ein Beispiel von vielen, sei an dieser Stelle der Einsatz der französischen Panzer während des Westfeldzuges des Deutschen Reiches 1940.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Dementsprechend verbinden moderne Streitkräfte die Einführung neuer Technologien mit ihrem Umbau. Eine Vorreiterrolle in diesem Transformationsprozess nehmen an dieser Stelle die US-Streitkräfte ein. Das Ziel ist dabei die Reorganisation hin zu leichteren, hochspezialisierten und schnell einsetzbaren Streitkräften. Tradierte Trennungen zwischen den Teilstreitkräften Heer, Marine und Luftwaffe verlieren im Rahmen dieses Prozesses zunehmend an Bedeutung und werden durch eine Doktrin der <a href="Vernetzte_Operationsf%C3%BChrung" class="mw-redirect" title="Vernetzte Operationsführung">vernetzten Operationsführung</a> (engl. „jointness“) ersetzt, die in den deutschen Streitkräften auch das Konzept des <a href="Gefecht_der_verbundenen_Waffen" title="Gefecht der verbundenen Waffen">Gefechts der verbundenen Waffen</a> hervorgebracht hat.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Kosten_und_Schattenseiten_der_RMA">Kosten und Schattenseiten der RMA</h4></div>
<p>Im Rahmen der RMA wurden Präzision und Schlagkraft konventioneller Streitkräfte immens gesteigert. Aber die Anschaffung von High-Tech-Waffen sowie die Transformation der Streitkräfte erfordern einen hohen Investitionsaufwand. Die RMA ist somit eine der treibenden Kräfte hinter den seit Ende der 1990er Jahre weltweit wieder ansteigenden Rüstungsausgaben, wobei die USA in puncto Rüstungsausgaben und Streitkräftetransformation die einsame Vorreiterrolle einnehmen. Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise erhielt der Trend zu steigenden Rüstungsausgaben in Europa und Nordamerika einen vorübergehenden Dämpfer. Weiter steigen die Rüstungsausgaben aktuell im Mittleren Osten sowie im asiatischen Raum, wo sich im Zusammenhang mit dem Aufstieg Chinas eine intensive Rüstungsdynamik entfaltet.
</p>

<p>Neben den Kosten birgt die RMA in den Augen von Kritikern weitere Schattenseiten. So können teilweise nur mit Hilfe von <a href="Satellit_(Raumfahrt)" title="Satellit (Raumfahrt)">Satelliten</a> die Kommunikation mit unbemannten Systemen gewährleistet oder <a href="Pr%C3%A4zisionswaffen" class="mw-redirect" title="Präzisionswaffen">Präzisionswaffen</a> ins Ziel gelenkt werden, wodurch Satelliten zu militärischen Zielen werden. Der Weltraum könnte zukünftig ein potenzieller Schauplatz für ein zukünftiges Wettrüsten und damit zugleich Maßnahmen der <a href="R%C3%BCstungskontrolle#Weltraumrüstungskontrolle" title="Rüstungskontrolle">Weltraumrüstungskontrolle</a> bedürftig sein werden.<sup id="cite_ref-Trans17f_29-0" class="reference"><a href="#cite_note-Trans17f-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Des Weiteren werden mit der Fähigkeit zur Hightech-Kriegsführung Kriege zwar militärisch häufig schneller entschieden, die Lösung des Ausgangskonflikts ist dabei jedoch nicht gewährleistet. Als eine weitere mögliche Folge der High-Tech-Kriegsführung, vor allem mit <a href="Unbemanntes_Luftfahrzeug" title="Unbemanntes Luftfahrzeug">unbemannten Luftfahrzeugen</a>, wird die Reaktion des unterlegenen staatlichen oder nicht staatlichen Akteurs mittels <a href="Asymmetrische_Kriegf%C3%BChrung" title="Asymmetrische Kriegführung">asymmetrischer Kriegsführung</a> genannt.<sup id="cite_ref-Trans22_30-0" class="reference"><a href="#cite_note-Trans22-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zu guter Letzt wird kritisiert, dass die Verfügbarkeit unbemannter Luftfahrzeuge aufgrund der Risikolosigkeit für die eigenen Streitkräfte die Hemmschwelle zum Einsatz sinken und nicht-militärische Konfliktlösungsmöglichkeiten für politische Entscheidungsträger womöglich schneller aus dem Blick geraten lässt.<sup id="cite_ref-SauerSchoernigKillerDrones_24-1" class="reference"><a href="#cite_note-SauerSchoernigKillerDrones-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Einsatz neuer Technologien für die Entwicklung von High-Tech-Waffen erhöht die Rüstungsdynamik. Diese Entwicklung und Wege zu deren Begrenzung waren Gegenstand von Untersuchungen, die durch den Unterausschuss für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung des Deutschen Bundestages beim <a href="B%C3%BCro_f%C3%BCr_Technikfolgen-Absch%C3%A4tzung_beim_Deutschen_Bundestag" title="Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag">Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)</a> in Auftrag gegeben wurden. Das TAB untersuchte 1993–1996 die Folgen neuer Technologien für die Rüstungsdynamik und Möglichkeiten der Abrüstung.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am Beispiel militärisch genutzter IuK-Technologien – C³I-Systeme und Information Warfare – sowie nichttödlicher Waffen wurden deren militärischen Potentiale und Wege zur Rüstungskontrolle eingehender untersucht. 2001–2003 wurde die militärische Nutzung des Weltraums und Möglichkeiten zur Rüstungskontrolle analysiert.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In beiden Fällen wurden für die jeweiligen Technologiebereiche politische Optionen zur Rüstungskontrolle entwickelt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Frank Sauer, Niklas Schörnig: <cite style="font-style:italic">Rüstung und Rüstungskontrolle</cite>. In: Sebastian Enskat, Carlo Masala (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Internationale Sicherheit: Eine Einführung</cite>. Springer VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-02369-0.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:R%C3%BCstungsdynamik&amp;rft.atitle=R%C3%BCstung+und+R%C3%BCstungskontrolle&amp;rft.au=Frank+Sauer%2C+Niklas+Sch%C3%B6rnig&amp;rft.btitle=Internationale+Sicherheit%3A+Eine+Einf%C3%BChrung&amp;rft.date=2014&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783658023690&amp;rft.place=Wiesbaden&amp;rft.pub=Springer+VS" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><a href="Harald_M%C3%BCller_(Politikwissenschaftler)" title="Harald Müller (Politikwissenschaftler)">Harald Müller</a>, Niklas Schörnig: <cite style="font-style:italic">Rüstungsdynamik und Rüstungskontrolle: Eine Exemplarische Einführung in die internationalen Beziehungen</cite>. NOMOS, Baden-Baden 2006, ISBN 3-8329-1914-7.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:R%C3%BCstungsdynamik&amp;rft.au=Harald+M%C3%BCller%2C+Niklas+Sch%C3%B6rnig&amp;rft.btitle=R%C3%BCstungsdynamik+und+R%C3%BCstungskontrolle%3A+Eine+Exemplarische+Einf%C3%BChrung+in+die+internationalen+Beziehungen&amp;rft.date=2006&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3832919147&amp;rft.place=Baden-Baden&amp;rft.pub=NOMOS" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Bernard Brodie, Fawn M. Brodie: <cite style="font-style:italic">From Crossbow to H-Bomb</cite>. Indiana Univ. Press, Bloomington/Indianapolis 1979, ISBN 0-253-32490-4.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:R%C3%BCstungsdynamik&amp;rft.au=Bernard+Brodie%2C+Fawn+M.+Brodie&amp;rft.btitle=From+Crossbow+to+H-Bomb&amp;rft.date=1979&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=0253324904&amp;rft.place=Bloomington%2FIndianapolis&amp;rft.pub=Indiana+Univ.+Press" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Anatol Rapoport: <cite style="font-style:italic">Kämpfe, Spiele und Debatten</cite>. Darmstädter Blätter, Darmstadt 1976, ISBN 3-87139-037-2.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:R%C3%BCstungsdynamik&amp;rft.au=Anatol+Rapoport&amp;rft.btitle=K%C3%A4mpfe%2C+Spiele+und+Debatten&amp;rft.date=1976&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3871390372&amp;rft.place=Darmstadt&amp;rft.pub=Darmst%C3%A4dter+Bl%C3%A4tter" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Steven J. Brams, D. Marc Kilgour: <cite style="font-style:italic">Game Theory and National Security</cite>. Basil Blackwell, New York 1988, ISBN 1-55786-003-3.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:R%C3%BCstungsdynamik&amp;rft.au=Steven+J.+Brams%2C+D.+Marc+Kilgour&amp;rft.btitle=Game+Theory+and+National+Security&amp;rft.date=1988&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=1557860033&amp;rft.place=New+York&amp;rft.pub=Basil+Blackwell" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Jan Helmig, Niklas Schörnig: <cite style="font-style:italic">Die Transformation der Streitkräfte im 21. Jahrhundert</cite>. Campus Verlag, Frankfurt/Main 2008, ISBN 978-3-593-38433-7.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:R%C3%BCstungsdynamik&amp;rft.au=Jan+Helmig%2C+Niklas+Sch%C3%B6rnig&amp;rft.btitle=Die+Transformation+der+Streitkr%C3%A4fte+im+21.+Jahrhundert&amp;rft.date=2008&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783593384337&amp;rft.place=Frankfurt%2FMain&amp;rft.pub=Campus+Verlag" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><a href="Karl-Volker_Neugebauer" title="Karl-Volker Neugebauer">Karl-Volker Neugebauer</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Grundkurs deutsche Militärgeschichte. Das Zeitalter der Weltkriege 1914 bis 1945</cite>. Oldenbourg Verlag, München 2009.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:R%C3%BCstungsdynamik&amp;rft.btitle=Grundkurs+deutsche+Milit%C3%A4rgeschichte.+Das+Zeitalter+der+Weltkriege+1914+bis+1945&amp;rft.date=2009&amp;rft.genre=book&amp;rft.place=M%C3%BCnchen&amp;rft.pub=Oldenbourg+Verlag" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20100116232410/http://milexdata.sipri.org/"><i>The SIPRI Military Expenditure Database</i> (Webarchiv)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Anatol_Rapoport" title="Anatol Rapoport">Rapoport</a>: <cite style="font-style:italic">Kämpfe, Spiele und Debatten</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Darmstädter Blätter</cite>. 1976, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>37<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>ff</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:R%C3%BCstungsdynamik&amp;rft.atitle=K%C3%A4mpfe%2C+Spiele+und+Debatten&amp;rft.au=Rapoport&amp;rft.btitle=Darmst%C3%A4dter+Bl%C3%A4tter&amp;rft.date=1976&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=37+ff." style="display:none">&nbsp;</span></span>
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